{"id":4929,"date":"2019-05-07T11:30:13","date_gmt":"2019-05-07T09:30:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.alpenverein.de\/geschichte\/?p=4929"},"modified":"2025-07-22T13:49:22","modified_gmt":"2025-07-22T11:49:22","slug":"naturschutz-im-dav-vom-edelweiss-zum-alpenplan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/blog\/naturschutz-im-dav-vom-edelweiss-zum-alpenplan\/","title":{"rendered":"Naturschutz im DAV \u2013 vom Edelwei\u00df zum Alpenplan"},"content":{"rendered":"<div class=\"teaser\">\n  <p>Dar\u00fcber, wie der Naturschutz im Alpenverein mit dem Edelwei\u00df losging und bald ganze Alpengebiete umfasste und wie es von der Idee, \u201edie Bereisung der Alpen zu erleichtern\u201c zum Ziel \u201edie Urspr\u00fcnglichkeit des Hochgebirges zu sch\u00fctzen\u201c kam. Die Geschichte des DAV und des Naturschutzes bewegt sich zwischen den widerspr\u00fcchlichen Polen von Sport, Bergbegeisterung und dem Schutz einer gef\u00e4hrdeten Landschaft. Dabei sind viele Streitpunkte der Vergangenheit heute aktueller denn je. <\/p>\n    <div class=\"icon artikel\"><\/div>\n                  <\/div>\n\n\n<h2><strong>Vom Schutz des Edelwei\u00df zum Nationalpark<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/DAV-S115-Edelwei\u00dfpfl\u00fccker-667x1024.jpg\" alt=\"Postkarte mit Edelwei\u00dfpfl\u00fccker, um 1900. (Bild: DAV\/Archiv)\" class=\"wp-image-3671\" width=\"262\" height=\"402\" srcset=\"https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/DAV-S115-Edelwei\u00dfpfl\u00fccker-667x1024.jpg 667w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/DAV-S115-Edelwei\u00dfpfl\u00fccker-196x300.jpg 196w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/DAV-S115-Edelwei\u00dfpfl\u00fccker-768x1178.jpg 768w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/DAV-S115-Edelwei\u00dfpfl\u00fccker-447x686.jpg 447w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/DAV-S115-Edelwei\u00dfpfl\u00fccker-894x1372.jpg 894w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/DAV-S115-Edelwei\u00dfpfl\u00fccker-680x1043.jpg 680w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/DAV-S115-Edelwei\u00dfpfl\u00fccker-180x276.jpg 180w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/DAV-S115-Edelwei\u00dfpfl\u00fccker-360x552.jpg 360w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/DAV-S115-Edelwei\u00dfpfl\u00fccker-540x829.jpg 540w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/DAV-S115-Edelwei\u00dfpfl\u00fccker-214x328.jpg 214w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/DAV-S115-Edelwei\u00dfpfl\u00fccker-428x657.jpg 428w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/DAV-S115-Edelwei\u00dfpfl\u00fccker-642x985.jpg 642w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/DAV-S115-Edelwei\u00dfpfl\u00fccker-440x675.jpg 440w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/DAV-S115-Edelwei\u00dfpfl\u00fccker-880x1350.jpg 880w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/DAV-S115-Edelwei\u00dfpfl\u00fccker.jpg 1074w\" sizes=\"(max-width: 262px) 100vw, 262px\" \/><figcaption><em>Postkarte mit Edelwei\u00dfpfl\u00fccker<\/em>, um 1900. Archiv des DAV, M\u00fcnchen.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Der Naturschutz im Alpenraum beginnt mit dem Edelwei\u00df. Zum Symbol des Deutschen Alpenvereins wurde es \u00fcbrigens, weil <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"einer der Gr\u00fcnder bei einer Sitzung (opens in a new tab)\" href=\"https:\/\/www.alpenverein.de\/geschichte\/blog\/vor-150-jahren-darum-wurde-der-alpenverein-gegruendet\/\" >einer der Gr\u00fcnder bei einer Sitzung<\/a> gedankenverloren aus den Kr\u00fcmeln einer Semmel ein Edelwei\u00df geformt haben soll. Auch wenn die Geschichte vielleicht nur eine Legende ist, so waren das Edelwei\u00df und andere sogenannte Edelalpenpflanzen beliebte Schmuckst\u00fccke und Souvenirs. Sie wurden nicht nur gepfl\u00fcckt, sondern auch ausgegraben und in gro\u00dfen Mengen verkauft. <\/p>\n\n\n\n<p>Bereits 1884 appelliert daher die Generalversammlung an die Mitglieder, Edelwei\u00dfbl\u00fcten nicht mehr zu kaufen oder zu tragen, um die Pflanze vor der Ausrottung zu bewahren. Bald kommt die Idee auf, Alpenpflanzeng\u00e4rten zur Erhaltung gef\u00e4hrdeter Arten anzulegen. Um diese G\u00e4rten zu organisieren und zu finanzieren, wird 1900 ein Zweigverein des Alpenvereins ins Leben gerufen: Der Verein zum Schutze und zur Pflege der Alpenpflanzen. Seine Aufgabe: die Kenntnis \u00fcber Alpenpflanzen zu f\u00f6rdern, durch G\u00e4rten, Vortr\u00e4ge und Publikationen \u2013 und so zum Schutz selbiger beizutragen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Es entstehen mehrere Alpeng\u00e4rten, die die Bergwanderer f\u00fcr die Sch\u00f6nheit und Schutzw\u00fcrdigkeit der Alpenflora sensibilisieren sollen. Drei existieren heute noch: Der Alpengarten am Schachen, der Botanische Garten bei der Lindauer H\u00fctte und der Alpenpflanzengarten an der Vorderkaiserfeldenh\u00fctte. Ebenfalls heute noch bekannt und von den W\u00e4nden vieler Alpenvereinsh\u00fctten nicht wegzudenken: das Alpenpflanzenplakat des Vereins. 1903 kam es zum ersten Mal heraus, zuletzt 2014 in einer neuen Auflage.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"665\" src=\"https:\/\/www.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/1900-1024x665.jpg\" alt=\"Plakat mit in Oberbayern, Neuburg und Schwaben gesch\u00fctzten Pflanzen, 1910 herausgegeben vom Verein zum Schutze der Alpenpflanzen. (Bild: LMU M\u00fcnchen)\" class=\"wp-image-4516\" srcset=\"https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/1900-1024x665.jpg 1024w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/1900-300x195.jpg 300w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/1900-768x499.jpg 768w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/1900-447x290.jpg 447w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/1900-894x581.jpg 894w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/1900-1341x871.jpg 1341w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/1900-680x442.jpg 680w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/1900-1360x883.jpg 1360w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/1900-180x117.jpg 180w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/1900-360x234.jpg 360w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/1900-540x351.jpg 540w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/1900-214x139.jpg 214w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/1900-428x278.jpg 428w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/1900-642x417.jpg 642w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/1900-1200x779.jpg 1200w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/1900.jpg 1800w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption><em>Plakat mit in Oberbayern, Neuburg und Schwaben gesch\u00fctzten Pflanzen<\/em>, 1910 herausgegeben vom Verein zum Schutze der Alpenpflanzen. Universit\u00e4tsbibliothek der Ludwig-Maximilian-Universit\u00e4t, M\u00fcnchen.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Schon bald nach der Gr\u00fcndung wendet sich der Verein mit Eingaben ans Innenministerium. So zum Beispiel mit der Bitte, gegen Abpfl\u00fccken und Ausrei\u00dfen von Pflanzen gesetzlich vorzugehen und so eine Ausrottung zu verhindern. 1904 setzt die Alpenvereinssektion M\u00fcnchen zusammen mit anderen Sektionen und mehreren naturwissenschaftlichen Vereinen nach und fordert beim Innenministerium mehr als nur Pflanzenschutz: In ihrer Eingabe geht es um den gesetzlichen Schutz von sogenannten Naturdenkm\u00e4lern, gemeint sind zum Beispiel B\u00e4ume, seltene Pflanzen, Wasserf\u00e4lle, Wasserl\u00e4ufe, Geotope oder seltene Mineralien. Die Eingabe hatte ein Jahr sp\u00e4ter die Gr\u00fcndung des Bayerischen Landesausschusses f\u00fcr Naturpflege zur Folge. Dieser \u00fcbernimmt die bisherigen Eingaben und beantragt 1908 eine Erweiterung des Polizeistrafgesetzbuches: Mit Geldstrafe bis zu 150 Mark oder Haft wird nun bestraft, wer den ein Jahr sp\u00e4ter erlassenen Vorschriften \u201ezum Schutz einheimischer Tier- und Pflanzenarten gegen die Ausrottung oder zum Schutze von Orts- und Landschaftsbildern gegen verunstaltende Reklame\u201c zuwider handelt. <\/p>\n\n\n\n<p>Damit ist der Naturschutz in Bayern erstmals gesetzlich fixiert. Es wurde m\u00f6glich, Pflanzenschongebiete auszuweisen, so wie den 83 Quadratkilometer gro\u00dfen Pflanzenschonbezirk Berchtesgadener Alpen s\u00fcdlich und \u00f6stlich des K\u00f6nigssees. Dort wird bald klar: Pflanzenschutz allein gen\u00fcgt nicht, stehen doch mehrere Hotelbauten an und der wahnwitzige Plan norddeutscher Investoren, einen riesigen L\u00f6wen in die Falkensteiner Wand am K\u00f6nigssee zu mei\u00dfeln. Auf Initiative des Bundes Naturschutz in Bayern wird der Pflanzenschonbezirk auf 200 Quadratkilometer vergr\u00f6\u00dfert und zum Naturschutzgebiet K\u00f6nigssee erkl\u00e4rt, seit 1978 der Nationalpark Berchtesgaden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der \u00e4lteste Naturschutzverein im Alpenraum hat seinen Namen mehrfach ge\u00e4ndert, erst gesellten sich die Tiere zu den Pflanzen (neuer Name: Verein zum Schutze der Alpenpflanzen und -tiere), und dann dehnte er sich aufs komplette Gebirge aus (neuer Name: <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Verein zum Schutze der Bergwelt (opens in a new tab)\" href=\"https:\/\/www.vzsb.de\/\" >Verein zum Schutze der Bergwelt<\/a>). Mit dem Namen hat sich auch seine T\u00e4tigkeit erweitert bis hin zur alpinen Raumordnung. Wie auch immer er sich nannte: Der Verein wirkte in seiner Geschichte an vielen Entwicklungen rund um den Naturschutz in den Alpen entscheidend mit, war zum Beispiel Gr\u00fcndungsmitglied des deutschen Naturschutzrings und <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"der internationalen Alpenschutzkommission CIPRA (opens in a new tab)\" href=\"https:\/\/www.cipra.org\/de\" >der internationalen Alpenschutzkommission CIPRA<\/a>. <\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr 1984 wird er schlie\u00dflich, gleichzeitig mit dem Deutschen Alpenverein, vom Bayerischen Umweltministerium als Naturschutzverband in Bayern anerkannt. Das hei\u00dft, er kann bei Rechtsetzungs- und Verwaltungsverfahren mitwirken: Zum Beispiel gegen die Planung einer Skischaukel am Riedberger Horn in den Allg\u00e4uer Alpen in der Ruhezone C des bayerischen Alpenplans, aber dazu sp\u00e4ter mehr. Die enge Verbundenheit mit den Alpenvereinen besteht bis heute: Aktuell sind \u00fcber 250 Sektionen von DAV, \u00d6AV und AVS Mitglied beim Verein zum Schutz der Bergwelt. <\/p>\n\n\n\n<iframe loading=\"lazy\" allowtransparency=\"true\" allow=\"encrypted-media\" src=\"https:\/\/open.spotify.com\/embed-podcast\/episode\/03iReoCGLX5oFNWhLcMCMm\" width=\"100%\" height=\"232\" frameborder=\"0\"><\/iframe>\n\n\n\n<h2><strong>Vom Protest gegen die Zugspitzbahn bis zur Raumplanung<\/strong><\/h2>\n\n\n<div class=\"highlight-block grid\">\n  <div class=\"col-3_sm-2\">\n    <div class=\"icon-wrapper left\">\n      <i class=\"icon Zitat\"><\/i>\n    <\/div>\n  <\/div>\n  <div class=\"col-9_sm-10 body\">\n    <p><\/p>\n    <p>\u00bbDas allm\u00e4hliche Herankommen des Zeitalters der Industrialisierung und der Maschine, das Heranwachsen der Gro\u00dfst\u00e4dte, die Entfremdung der Menschen von der Natur, der zunehmende materialistische Einschlag, der Mangel an gesunder geistiger Nahrung, die grausige seelische Oede, welche allm\u00e4hlich alles zu verschlingen drohte, \u2013  all das f\u00fchrte die Menschheit dem unaufhaltsamen Drange eines besseren selbst folgend, mehr und mehr in die Berge.\u00ab \u2013 Franz Kleinhans, \u00f6sterreichischer Alpinist (Mitteilungen des DuOeAV 12, 1926)<\/p>\n  <\/div>\n<\/div>\n\n\n\n\n<p>Die Gr\u00fcnder des Alpenvereins wollten <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"die Bereisung der Alpen erleichtern, die Kenntnis \u00fcber sie vergr\u00f6\u00dfern (opens in a new tab)\" href=\"https:\/\/www.alpenverein.de\/geschichte\/blog\/vor-150-jahren-darum-wurde-der-alpenverein-gegruendet\/\" >die Bereisung der Alpen erleichtern, die Kenntnis \u00fcber sie vergr\u00f6\u00dfern<\/a> und damit viele andere mit ihrer Liebe f\u00fcr die Berge anstecken. Und sie hatten Erfolg: Immer mehr Menschen streben Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts in die Berge und stellen die Alpenvereins-Verantwortlichen vor ein ganz neues Problem: Machen doch gerade die wilde Natur und die Gefahr f\u00fcr viele von ihnen den Reiz der Berge aus. Dieser von der Zivilisation noch nicht vereinnahmte, f\u00fcr einen Gro\u00dfteil der Menschen bisher unverf\u00fcgbare und immer noch abenteuerliche Spielplatz ger\u00e4t in Gefahr, und so beteiligt sich der Alpenverein intensiv an den Diskussionen \u00fcber die in den 1920er Jahren voranschreitende Erschlie\u00dfung der Alpen: Neben der Zugspitzbahn sind viele andere Bahnen in Planung und zum Teil bereits von der bayerischen Regierung genehmigt. Es geht um Bahnen auf die Alpspitze, das Nebelhorn, den Untersberg, den Wallberg, den Herzogstand und das Kitzb\u00fchlerhorn.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Meinungen im Verein dazu sind vielf\u00e4ltig: Auch Alpinistinnen und Alpinisten erkennen an, dass der Tourismus in abgelegenen Alpenregionen eine wichtige Einnahmequelle f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung darstellen kann, aber genau diese \u201ekaufm\u00e4nnische Ausbeutung\u201c, diese Kommerzialisierung der Bergwelt, st\u00f6\u00dft bei anderen auf Kritik. Julius Mayer, Vorsitzender der Alpenvereinssektion Rosenheim, kritisiert zum Beispiel, dass die \u201eIndustrie-Kultur des Tales\u201c in die Berge getragen werde.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/37634286-727x1024.jpeg\" alt=\"Darum Naturschutz. Plakat von Eduard Handel-Mazzetti aus dem Gastraum der Hochlandh\u00fctte im Karwendel. Die Sektion Hochland setzte sich ma\u00dfgeblich f\u00fcr den \u00d6dlandschutz ein. (Bild: DAV\/Bettina Warnecke)\" class=\"wp-image-4375\" width=\"385\" height=\"542\" srcset=\"https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/37634286-727x1024.jpeg 727w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/37634286-213x300.jpeg 213w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/37634286-768x1082.jpeg 768w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/37634286-447x630.jpeg 447w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/37634286-894x1259.jpeg 894w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/37634286-1341x1889.jpeg 1341w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/37634286-680x958.jpeg 680w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/37634286-1360x1916.jpeg 1360w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/37634286-180x254.jpeg 180w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/37634286-360x507.jpeg 360w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/37634286-540x761.jpeg 540w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/37634286-214x301.jpeg 214w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/37634286-428x603.jpeg 428w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/37634286-642x904.jpeg 642w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/37634286-1200x1690.jpeg 1200w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/37634286-958x1350.jpeg 958w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/37634286-1438x2025.jpeg 1438w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/37634286-479x675.jpeg 479w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/37634286.jpeg 1454w\" sizes=\"(max-width: 385px) 100vw, 385px\" \/><figcaption>Eduard Handel-Mazzetti. <em>Darum Naturschutz<\/em>. Plakat aus dem Gastraum der Hochlandh\u00fctte im Karwendel. Die Sektion Hochland setzte sich ma\u00dfgeblich f\u00fcr den \u00d6dlandschutz ein. DAV-Sektion Hochland. Foto: Bettina Warnecke)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Manche gestehen alpine Bed\u00fcrfnisse auch Menschen zu, die nicht an sportlicher Leistung interessiert oder dazu in der Lage sind, wie zum Beispiel \u00e4ltere oder kranke Menschen. Au\u00dfer Diskussion steht dabei f\u00fcr die meisten, dass man sich &#8222;wahren&#8220; Berggenuss aus eigener Kraft verdienen m\u00fcsse, sich zwar den Gipfel mit der Bergbahn ganz ohne Selbst\u00fcberwindung, Willenskraft und Ausdauer m\u00fchelos erkaufen k\u00f6nne, sicherlich aber nicht die innere Freude am Berg. Kritiker, wie Gustav M\u00fcller, Sprecher der sogenannten Bergsteigergruppe, einem Zusammenschluss von zu dieser Zeit etwa 70 Sektionen im Alpenverein, fragen au\u00dferdem, wie man verhindern wolle, neben den Alten und Kranken auch \u201edie Faulen, Bequemen, die Schmarotzer und Protzer, die Schlemmer und Modehanswursten\u201c auf den Berg zu chauffieren. Schlimmer noch: \u201edie Massen pelzmantelbew\u00e4hrter und lackschuhgeschm\u00fcckter Herrchen und D\u00e4mchen\u201c, die die Seilbahnen auf den Hochgipfeln ausspeien, w\u00fcrden die Berge entweihen. Die Ablehnung ging sogar so weit, dass man am M\u00fcnchner Haus ein Plakat anbringen wollte, um Seilbahng\u00e4sten Hausverbot zu erteilen. Gleichzeitig hofft man darauf, dass Bergbahnen an der einen Stelle andere Teile der Alpen entlasten w\u00fcrden und vor Menschenmassen schonen, da die unliebsamen Gro\u00dfst\u00e4dter auf Bergausflug nur noch in leicht erreichbare Gebiete vordringen und auf bergbahnnahe H\u00fctten gelockt w\u00fcrden. Und dann bleibt nat\u00fcrlich noch der im wahren Wortsinne offensichtlichste Grund: Die Verschandelung der Berglandschaft. Der \u00f6sterreichische Alpinist Eugen Guido Lammer zum Beispiel, sah die \u201eAlpenw\u00fcste\u201c als das \u201ekostbarste Naturdenkmal auf Erden\u201c, das durch eine vom Menschen versklavte, banale Kulturlandschaft ersetzt werde. Er setzt sich intensiv f\u00fcr einen radikal umgesetzten, alpinen Naturschutz ein und will jede Bahn, die \u00fcber die Almenzone empor f\u00fchrt, als Kulturverbrechen erkl\u00e4ren und beseitigen.<\/p>\n\n\n\n<p>In einem Brief an das Bayerische Staatsministerium f\u00fcr Handel, Industrie und Gewerbe bezieht der Alpenverein im April 1925 erstmals geschlossen Stellung und macht seine ablehnende Haltung gegen\u00fcber Bergbahnen deutlich: Das Ministerium habe durch die Genehmigungen das \u201eVertrauen der Bergsteiger\u201c verwirkt, weil es die \u201eNatursch\u00e4tze unserer Heimat der industriellen Verschacherung ausliefere\u201c, so die Argumentation. Man sehe in der Errichtung von Bergbahnen, vor allem im Bau der Zugspitzbahn, einen schweren Angriff auf den Frieden und die Urspr\u00fcnglichkeit der Berge und eine S\u00fcnde an der Natur, und beschwerte sich, mit seinen Einw\u00e4nden nicht im Rahmen einer gutachterlichen Anh\u00f6rung zu Wort gekommen zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenige Wochen nach dem erfolglosen Schreiben organisiert der Alpenverein eine aufsehenerregende Kundgebung gegen die bayerische Zugspitzbahn. Rund 4.000 Teilnehmer dr\u00e4ngen sich auf den Veranstaltungen im \u00fcberf\u00fcllten L\u00f6wenbr\u00e4ukeller und im Arzbergerkeller. Gustav M\u00fcller, Sprecher der sogenannten Bergsteigergruppe, h\u00e4lt eine k\u00e4mpferische Rede:&nbsp;<\/p>\n\n\n<div class=\"highlight-block grid\">\n  <div class=\"col-3_sm-2\">\n    <div class=\"icon-wrapper left\">\n      <i class=\"icon Zitat\"><\/i>\n    <\/div>\n  <\/div>\n  <div class=\"col-9_sm-10 body\">\n    <p><\/p>\n    <p>\u00bbDie Bergflanken durchschnitten von Schienenstr\u00e4ngen, verunziert mit Masten, Leitungsseilen, St\u00fctzen, Unterfangungen, Schutzbauten einer Bahn, mit auf- und abgleitenden Wagen und F\u00f6rderk\u00e4sten nebst Inhalt an W\u00e4nden, \u00fcber Schluchten und W\u00e4ldern, mit Signalvorrichtungen, mit Bahnh\u00f6fen, mit Hotels und ihrem Zubeh\u00f6r, mit Abf\u00fctterungs- und Musiks\u00e4len, vielleicht auch mit einer Schwemme f\u00fcr die Turisten, mit Scheinwerfern und bengalischer Beleuchtung, mit all den Spuren der eklen Abf\u00e4lle eines Massenbesuches, mit Schnaderh\u00fcpfelkomikern usw., das wird das Bild sein, das die Ausf\u00fchrung der geplanten Projekte darstellen wird.\u00ab \u2013 Gustav M\u00fcller, Sprecher der Bergsteigergruppe (1925, Archiv DAV)<\/p>\n  <\/div>\n<\/div>\n\n\n\n\n<p>Die Vertreter des Alpenvereins einigen sich auf einen Beschluss, der Landtag und Regierung dazu auffordert, die Bergwelt in ihrer jetzigen Reinheit und Urspr\u00fcnglichkeit zu erhalten. Auch wenn der Bau der Zugspitzbahn aufgrund von Finanzierungsproblemen erst einmal scheitert, und der Alpenverein in der Folge in den Planungsprozess einbezogen wird, kann er trotz seiner hohen Mitgliedszahlen, wie bei vielen anderen Erschlie\u00dfungsprojekten auch, nicht viel gegen den Bau ausrichten. 1931 wird der erste Abschnitt der Zugspitzbahn zum Gipfel er\u00f6ffnet. In der \u00d6ffentlichkeit wird die gr\u00f6\u00dfte Bergbahn Deutschlands als Wunderwerk der Technik gefeiert. Zum Ausgleich f\u00fcr die zerst\u00f6rten Latschengebiete am Riffelri\u00df werden ein Schutzgarten f\u00fcr Alpenpflanzen und eine Vogelschutzwarte angelegt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Alpenverein verschreibt sich w\u00e4hrenddessen neben bergsportlichen und natur\u00e4sthetischen Argumenten immer klarer auch dem Schutz der Natur um ihrer selbst willen. 1927 wird der Naturschutz als \u201eErhaltung der Urspr\u00fcnglichkeit des Hochgebirges\u201c in die Satzung aufgenommen. Naturschutz wurde darin als Heimatschutz verstanden. Er hatte eine v\u00f6lkische, nationalistische und antisemitische Ausrichtung und war bereits vor 1933 mit dem aufkommenden Nationalsozialismus im Einklang. Gestritten wird \u00fcber das Thema Naturschutz weiterhin. Eine der Fragen dabei: Sind die konsequenten Natursch\u00fctzer im Alpenverein nicht utopische Idealisten, deren Ideen den Interessen des Alpenvereins und seiner Mitglieder nicht entsprechen?\u00a0<\/p>\n\n\n\n<iframe loading=\"lazy\" allowtransparency=\"true\" allow=\"encrypted-media\" src=\"https:\/\/open.spotify.com\/embed-podcast\/episode\/23EaAI1mGftkVAetD2ycZv\" width=\"100%\" height=\"232\" frameborder=\"0\"><\/iframe>\n\n\n\n<h2><strong>Der DAV \u2013 zwischen Sport und Naturschutz<\/strong><br><\/h2>\n\n\n\n<p>Diese Frage stellte sich auch, als die Alpen zur Zeit des Weltwirtschaftswunders Anfang der 1950er Jahre weiter unter Druck geraten und der Pistenskilauf modern wird. Auch zahlreiche Alpenvereinsmitglieder werden Fans der neuen Sportart und im DAV macht sich \u00fcber die Jahre ein gewisser Opportunismus f\u00fcr Pistenskigebiete breit. Der Widerspruch zwischen Bergsport und Naturschutz soll den Alpenverein bis in die Gegenwart begleiten: vom Skifahren \u00fcber das Klettern und Skitourengehen bis hin zum Mountainbiken. Das Rezept heute: Mit Kampagnen und Projekten auf Verst\u00e4ndigung zwischen allen Beteiligten und auf Aufkl\u00e4rung und Freiwilligkeit bei den Sportlerinnen und Sportlern setzen. Beispiele sind das Themenfeld <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Klettern und Naturschutz (opens in a new tab)\" href=\"https:\/\/www.alpenverein.de\/geschichte\/blog\/geschichte-klettern-freiklettern\/\" >Klettern und Naturschutz<\/a> seit 1991, <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"das Projekt \u201eSkibergsteigen umweltfreundlich\u201c seit 1995 (opens in a new tab)\" href=\"https:\/\/www.alpenverein.de\/natur\/naturvertraeglicher-bergsport\/natuerlich-auf-tour\/historie-skibergsteigen-umweltfreundlich_aid_14589.html\" >das Projekt \u201eSkibergsteigen umweltfreundlich\u201c seit 1995<\/a> (mit Kampagne \u201eNat\u00fcrlich auf Tour\u201c) oder das auf drei Jahre angelegte und vom bayerischen Umweltministerium unterst\u00fctzte <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Projekt \u201eBergsport Mountainbike \u2013 nachhaltig in die Zukunft\u201c (opens in a new tab)\" href=\"https:\/\/www.alpenverein.de\/der-dav\/presse\/presse-aktuell\/umweltministerium-foerdert-mtb-projekt-des-dav_aid_32207.html\" >Projekt \u201eBergsport Mountainbike \u2013 nachhaltig in die Zukunft\u201c<\/a>. Besucherlenkungskonzepte, runde Tische, eine umfangreiche \u00d6ffentlichkeitsarbeit und die fundierte Ausbildung der Bergsportler sind dabei wichtige Bausteine.<\/p>\n\n\n\n<iframe loading=\"lazy\" allowtransparency=\"true\" allow=\"encrypted-media\" src=\"https:\/\/open.spotify.com\/embed-podcast\/episode\/756eXm4J6JEsyYTNHZM5nR\" width=\"100%\" height=\"232\" frameborder=\"0\"><\/iframe>\n\n\n\n<p>Aber wir bleiben in der Vergangenheit und dem Naturschutz in den 1960er Jahren: Nach dem starken und unregulierten Wirtschaftswachstum der Nachkriegszeit ger\u00e4t die ungeordnete r\u00e4umliche Entwicklung zunehmend in die Diskussion und f\u00fchrt zur Verabschiedung eines Raumordnungsgesetzes auf Bundesebene. Nachdem der Alpenverein 1958 auf der Hauptversammlung in Hof bereits den Verzicht auf den weiteren Bau von H\u00fctten und Wegen im alpinen \u00d6dland des Bundesgebiets beschlossen hat, greift der sp\u00e4tere DAV-Vorsitzende Fritz M\u00e4rz die Raumordnungs-Entwicklung in der Alpenvereinszeitschrift \u201eMitteilungen\u201c auf: <\/p>\n\n\n<div class=\"highlight-block grid\">\n  <div class=\"col-3_sm-2\">\n    <div class=\"icon-wrapper left\">\n      <i class=\"icon Zitat\"><\/i>\n    <\/div>\n  <\/div>\n  <div class=\"col-9_sm-10 body\">\n    <p><\/p>\n    <p>\u00bbMit Einzelaktionen, hier Schutz von Blumen, dort ein Moor, da einen Baum, eine Schlucht oder einen halben Berg unter Naturschutz gestellt, kann man gegen die \u00dcberschwemmung gegen die V\u00f6lkerlawine nichts ausrichten. [\u2026] Was kann man tun? Das Stichwort hei\u00dft Raumplanung!\u00ab \u2013 Fritz M\u00e4rz, DAV-Vorsitzender von 1980 bis 1992 (Mitteilungen des DAV, 11\/1965).<\/p>\n  <\/div>\n<\/div>\n\n\n\n\n<p>M\u00e4rz schl\u00e4gt drei Arten von Gebieten vor: ein gr\u00f6\u00dftenteils f\u00fcr den Fremdenverkehr erschlossenes, eines, das Fu\u00dfg\u00e4ngern vorenthalten bleibt und Autoverkehr aussperrt und ein letztes, in dem man die Natur so l\u00e4sst, wie \u201eder liebe Gott\u201c sie geschaffen hat. Die DAV-Strategie zur Rettung essenzieller R\u00e4ume wird in der Bayerischen Landesstelle f\u00fcr Naturschutz vorangetrieben: Oberregierungsrat Helmut Karl arbeitet einen Vorschlag zur alpinen Raumordnung, den sp\u00e4teren Alpenplan, aus und ver\u00f6ffentlicht ihn im Jahrbuch des Vereins zum Schutze der Alpenpflanzen und -tiere. An anderer Stelle arbeitet die Watzmann GmbH mit v\u00f6llig gegens\u00e4tzlichem Ziel an der Raumplanung: Die GmbH besteht aus so ziemlich allem, was in Politik und Fremdenverkehr zwischen Ramsau und Berchtesgaden einen Namen hat und will Bahnen ins Watzmannkar und bis zum Watzmann-Hocheck bauen \u2013 mitten im Naturschutzgebiet K\u00f6nigssee. Der DAV spricht sich in einer Pressekonferenz entschieden gegen die Pl\u00e4ne der Watzmann GmbH aus und stellt den soeben ver\u00f6ffentlichten Alpenplan als L\u00f6sungsansatz vor. Das Konzept scheint zu \u00fcberzeugen und so verabschieden die Bayerische Staatsregierung und der Landtag am 1. September 1972 den Alpenplan. Er teilt den bayerischen Alpenraum in drei Zonen: Zone A ist die Entwicklungszone und 35 Prozent der Fl\u00e4che. Hier sind Seilbahnen, Lifte, Skiabfahrten und Stra\u00dfen unter den \u00fcblichen Restriktionen erlaubt. In B, der \u00dcbergangszone und 22 Prozent der Fl\u00e4che, muss jedes Bauvorhaben im Einzelfall gepr\u00fcft werden. Zone C umfasst 43 Prozent der Fl\u00e4che und ist die Ruhezone, in der Verkehrsvorhaben verboten sind.&nbsp;<\/p>\n\n\n<div class=\"grad7-galerie \">\n<div class=\"images  align-bottom g7-grid-1 g7-grid-xs-1\">\n                                                      <div class=\"item\"><img class=\"image 1_1\" src=\"https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/2018.jpg\" srcset=\"https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/2018.jpg 920w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/2018-300x198.jpg 300w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/2018-768x508.jpg 768w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/2018-447x295.jpg 447w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/2018-894x591.jpg 894w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/2018-680x449.jpg 680w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/2018-180x119.jpg 180w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/2018-360x238.jpg 360w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/2018-540x357.jpg 540w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/2018-214x141.jpg 214w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/2018-428x283.jpg 428w, https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/2018-642x424.jpg 642w\" sizes=\"(max-width:600px) 550px, (max-width:930px) 755px, 930px\"><\/div>\n  \n    \n    \n    \n<\/div>\n<div class=\"subline center image-caption\">Die Schutzzonen und Baupl\u00e4ne am Riedberger Horn im Allg\u00e4u. Archiv des DAV, M\u00fcnchen.<\/div>\n<\/div>\n\n\n<p>Der Alpenplan wurde vielfach beachtet, vor allem im Herbst 2017 als die Staatsregierung unter Horst Seehofer ihn mit der Zustimmung des Landtags aufbricht, um eine Skischaukel am Riedberger Horn im Allg\u00e4u zu erm\u00f6glichen. Die Ma\u00dfnahme st\u00f6\u00dft auf derart massive Ablehnung in der \u00d6ffentlichkeit, dass Ministerpr\u00e4sident Markus S\u00f6der das Projekt mit Blick auf die ausstehende Landtagswahl abbl\u00e4st. Der Koalitionsvertrag der neu gew\u00e4hlten bayerischen Staatsregierung aus CSU und Freien W\u00e4hlern verspricht die R\u00fccknahme der \u00c4nderungen. <\/p>\n\n\n\n<h2>Der Alpenplan \u2013 2019 st\u00e4rker denn je<\/h2>\n\n\n\n<p>Am 30. April 2019 beschlie\u00dft das Bayerische Kabinett dann sogar mehr als das:&nbsp;Als h\u00f6chste Schutzkategorie C werden nicht nur die bei der Alpenplan-\u00c4nderung herausgel\u00f6sten Fl\u00e4chen wieder in Kraft gesetzt. Es verbleiben auch die damals \u201enur\u201c als Ausgleich eingesetzten Fl\u00e4chen in der h\u00f6chsten Schutzzone. Unterm Strich wird der Alpenplan damit st\u00e4rker denn je. Der noch ausstehende Landtagsbeschluss sollte nur noch eine Formsache sein. Die jahrelangen Proteste und Bem\u00fchungen der Naturschutzverb\u00e4nde, unter anderem auch des DAV, haben Wirkung gezeigt. Es ist sicherlich nicht zu viel orakelt, hier mit der Feststellung zu schlie\u00dfen, dass der Fall am Riedberger Horn, Symbol und Vorbild f\u00fcr viele andere Erschlie\u00dfungsprojekte in den Alpen sein kann.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em>Katharina Kestler, 2019.<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-rich is-provider-instagram wp-block-embed-instagram\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\nhttps:\/\/www.instagram.com\/p\/Bw6MnuKnAEA\/\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:29px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n<div class=\"block-source\">\n  <h5 class=\"h5 dim\">Mehr zum Thema:<\/h5>\n  <p class=\"h5 dim\">Rudi Erlacher: &#8218;Das Stichwort hei\u00dft Raumplanung!&#8216; Wie die Moderne in die Alpen zog und der Alpenverein damit umgehen lernte, in: DAV (Hrsg.): Die Berge und wir. 150 Jahre Deutscher Alpenverein, M\u00fcnchen 2019<br>\nGeorg Bayerle: Eine Anleitung zum Respekt. Das Modellprojekt &#8218;Skibergsteigen umweltfreundlich&#8216;, in: DAV (Hrsg.): Die Berge und wir. 150 Jahre Deutscher Alpenverein, M\u00fcnchen 2019<br>\nMaria Christina M\u00fcller: Der Schutz des \u00d6dlands. Der Alpenverein und der Bahnbau auf die Zugspitze, in: DAV (Hrsg.): Die Berge und wir. 150 Jahre Deutscher Alpenverein, M\u00fcnchen 2019<br>\nSabine R\u00f6sler: Die Anf\u00e4nge des Natur\u00adschutzes im Alpenverein und die Gr\u00fcndung des Ver\u00adeins zum Schutze und zur Pflege der Alpenpflanzen, in: DAV (Hrsg.): Die Berge und wir. 150 Jahre Deutscher Alpenverein, M\u00fcnchen 2019 <br>\n<\/p>\n<\/div>\n\n<div class=\"link-teaser\">\n  <div class=\"container\">\n      <a class=\"no-hover\" href=\"https:\/\/www.dav-shop.de\/productdetails.aspx?id=10000735&#038;itemno=9JU094\"  rel=\"noopener\">\n        <div class=\"table-wrapper grid\">\n          <div class=\"col-2_sm-2\">\n            <div class=\"icon-wrapper\">\n              <i class=\"icon book\"><\/i>\n            <\/div>\n          <\/div>\n          <div class=\"col-10_sm-10\">\n          <h4 class=\"title\">Noch mehr zur Geschichte gibt es im Buch \u201eDie Berge und wir. 150 Jahre Deutscher Alpenverein\u201c<\/h4>\n          <div class=\"text\">Zu finden unter anderem im Online-Shop des DAV<i class=\"icon chevron small\"><\/i><\/div>\n          <\/div>\n        <\/div>\n      <\/a>\n  <\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom Schutz des Edelwei\u00df zum Nationalpark Der Naturschutz im Alpenraum beginnt mit dem Edelwei\u00df. Zum Symbol des Deutschen Alpenvereins wurde es \u00fcbrigens, weil einer der Gr\u00fcnder bei einer Sitzung gedankenverloren aus den Kr\u00fcmeln einer Semmel ein Edelwei\u00df geformt haben soll. Auch wenn die Geschichte vielleicht nur eine Legende ist, so waren das Edelwei\u00df und andere [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":3694,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[12,11,10],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4929"}],"collection":[{"href":"https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4929"}],"version-history":[{"count":55,"href":"https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4929\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6893,"href":"https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4929\/revisions\/6893"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3694"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4929"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4929"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/services.alpenverein.de\/geschichte\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4929"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}